Constant Permeke – Die englischen Jahre (1914–1919)

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Ontwerp zonder titel - 2026-01-08T135937.339 Standort: Permekemuseum

Von Oktober 1914 bis April 1919 hielt sich Constant Permeke in Großbritannien auf. Seine Kontakte zur Kunstwelt waren minimal und erfolgten hauptsächlich über Briefe. Viermal zog er um, jeweils in kleine, abgelegene Dörfer. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, leidenschaftlich zu experimentieren und nach künstlerischer Erneuerung zu suchen. Meist malte er großformatig mit Öl auf Leinwand, die Farbe dick und grob aufgetragen mit Pinsel und Spachtel. Die Farbpalette ist besonders intensiv. Zusammen mit der groben Malweise und der ungewöhnlichen Bildkomposition verleiht sie den Gemälden einen sehr eigenständigen Charakter. In diesen Jahren der Isolation entstanden die Keime für einen höchst persönlichen künstlerischen Weg, inspiriert von Modernismus und Humanismus.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über die künstlerische Entwicklung, die Permeke während dieser fünf entscheidenden Jahre seines jungen Lebens als Künstler durchlief. Sie zeigt auch Werke von Landsleuten, die während des Ersten Weltkriegs ebenfalls in England verweilten.

Permekes künstlerischer Weg entwickelte sich vielversprechend – doch der Krieg machte dem ein Ende. Im Juli 1914 erfolgte die allgemeine Mobilisierung Belgiens. Constant Permeke wurde als Soldat eingezogen und kämpfte im August bei der Verteidigung des Antwerpener Festungsgürtels. Dabei wurde er durch einen Granatsplitter am Bein schwer verletzt. Der Krieg war damit für Permeke vorbei. Noch vor dem Fall Antwerpens am 9. Oktober wurden alle verletzten Soldaten über Antwerpen nach Ostende und anschließend nach England gebracht. Seine hochschwangere Frau und seine Mutter folgten ihm.

Mit Unterstützung des Roten Kreuzes und anderer belgischer Flüchtlinge – insbesondere des Malers Jan De Clerck – konnte die Familie Ende des Jahres London verlassen. Sie erhielten ein kleines Haus im Dorf Stanton Saint-Bernard in Wiltshire, wo sie ein Jahr lang von den Dorfbewohnern versorgt wurden. 1916 zog die Familie Permeke weiter nach Süden und ließ sich in Chardstock, einem konservativen Dorf mit rund 110 Einwohnern an der Grenze der Grafschaften Devon, Dorset und Somerset, nieder. Sie wohnten in einer kleinen Cottage namens „Dunsters“, die sie mit einer weiteren belgischen Familie aus Ostende teilten. In der Zeitung erschien eine Anzeige: „Flat to let – Cottage for nothing – Sidford“ – eine schöne Überraschung für die Permekes, die mit ihrem geringen Einkommen sofort bereit waren, in einem kostenlosen Häuschen am Meer zu wohnen. Im Frühjahr 1917 war es soweit: Permeke zog mit seiner Frau, seiner Mutter und seinen beiden Kindern nach Sidford. Die weite, hügelige Landschaft inspirierte ihn, großformatig zu arbeiten und die Ölfarbe dick und grob mit Pinsel und Spachtel aufzutragen.

Permekes Kontakte zum künstlerischen Leben beschränkten sich weitgehend auf belgische Künstler, die ebenfalls vor Ort waren, wie Edgard Tytgat, Jan De Clerck, George Minne, Hippolyte Daeye, Léon de Smet und Gustave Van de Woestijne, wenn auch nur in geringem Maße. Er korrespondierte mit Gustave de Smet und André De Ridder, die beide in den Niederlanden lebten, und ließ sich so schriftlich über die neuesten Entwicklungen im Kubismus und deutschen Expressionismus informieren. Auch am britischen Kunstleben war Permeke kaum beteiligt. Vielleicht hatte er Werke von Whistler, Constable oder Turner in London gesehen, als er gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Möglicherweise hatten Hippolyte Daeye und Jan De Clerck ihn kurz in das Londoner Kunstleben eingeführt. Nach dem Umzug aufs Land entfiel dieser Kontakt jedoch vollständig. Auch Gustave Van de Woestijne, Valerius De Saedeleer und George Minne hielten sich weit außerhalb des geschäftigen Londons in Wales auf.

Praktische Angaben

Umfang der Ausstellung: 30 bis 35 Werke, davon 80 % von Constant Permeke, 20 % von Zeitgenossen
Daten: 9. Mai bis 15. November 2026
Eintrittspreise: 12 € Einzelbesucher, 10 € Gruppentarif, 3 € Jugendliche bis 26 Jahre, kostenlos bis 12 Jahre
Publikumsvermittlung: Saaltexte, Audioguide und Besucherführer in NL, FR, ENG und DE
Ausstellungskatalog: in Niederländisch, Englisch und Französisch

Preise & Tarife

Standard
Pay what you want / museumPASSmusées € 0,00
Pay what you want / € 5 € 5,00
Pay what you want / € 7.50 € 7,50
Pay what you want / € 10 € 10,00
Pay what you want / € 13 € 13,00
Pay what you want / € 15 € 15,00
xx € 12,00

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Permekemuseum Gistelsteenweg 341
8490 Jabbeke T 00 32 (0)59 50 81 18
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